Eine Kurzzusammenfassung

Natürlich kann niemand in ein paar wenigen Sätzen sein Leben zusammenfassen. Aber ich kann mein Leben generell in einige Abschnitte unterteilen. Fragt mich einfach, worüber ihr gerne mehr erfahren würdet.

Meine Kindheit war ziemlich normal. Ich hab 2 große Geschwister die ich über alles liebe und meine Eltern sind nach wie vor verheiratet. Alles ganz normal also.

Das erste, was außergewöhnlich war, ist dass ich viel später als andere meine Tage bekam und es auch nur bei einem Mal blieb. Meine Mutter wollte aber, dass ich die Pille nehme, weil ich einen Festen Freund hatte. Also wurden sie mit Tabletten nochmal eingeleitet (man startet die Pilleneinnahme am ersten Tag der Periode). Dann nahm ich immer die Pille bis ich mit 19 Jahren nach Australien ging. Natürlich war ich in Australien mit anderen Dingen beschäftigt, deshalb fiel mir erst nach 6 Monaten auf, dass irgendetwas „fehlte“. Ich bekam meine Tage nicht. Also eigentlich hatte ich sie nur einmal auf natürlichem Wege. Zurück in Deutschland nahm ich wieder die Pille, aber nur solange mir er Arzt sagte ich müsse sie wieder absetzen, denn mit „Lupus“ darf man nicht die Pille nehmen. Jetzt habe ich also Lupus, Hashimoto und PCOS. Und keine Periode. Zugegeben, es gibt Dinge die schlimmer sein könnten. Immerhin habe ich jetzt „eine Sorge weniger“. Zumindest fehlt mir das nicht.

Auch außergewöhnlich ist mein beruflicher Werdegang. Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung gemacht, und nicht wie die meisten meiner Freunde direkt das Abi drangehängt. Ich habe nach der Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin gearbeitet. 10 Monate lang. Bei 2 verschiedenen Firmen. Dann musste ich erstmal nach Australien flüchten, weil ich in Deutschland alles doof fand. Als ich nach einem Jahr wiederkam wollte ich studieren und machte erstmal 3 Jahre mein Abi nach. Studiert habe ich nur 2 Semester lang. Dann habe ich das Studium abgebrochen, weil mir das mit dem ganzen gesundheitlichen Mist viel zu schwer gefallen ist. Ein wichtiger Schritt zum Leben MIT den Wölfen ist, auch mal zu akzeptieren, wenn man verloren hat. Bei den meisten Sachen sage ich „Kämpf, denn es lohnt sich“. Aber in diesem Fall haben mir viele Gespräche mit der Familie und meinem Freund geholfen mich auf das wichtigste zu besinnen: Glücklich sein! Und das werde ich nicht, indem ich gegen mich arbeite. Man muss sich mit dem zufrieden geben was man (als Voraussetzung) hat. Sich damit arrangieren. Also musste ich mir eingestehen, dass aus mir kein Karriereweib wird, auch wenn ich ja keine Kinder kriegen kann. Ich arbeite jetzt wieder in meinem Ausbildungsberuf.

Außergewöhnlich an meinen zwischenmenschlichen Beziehungen ist, dass ich immer die Menschen verliere, die mir ganz besonders wichtig sind, so scheint es mir. Sei es die erste große Liebe, oder die allerbeste Freundin, egal in welchem Abschnitt in meinem Leben ich eine Bezugsperson hatte, mir der ich mich regelmäßig getroffen habe, jedes Mal nimmt das Gute ein Ende so scheint es mir. Mag aber auch alles nur eine sehr subjektive Wahrnehmung sein.

So sind die einzigen Konstanten in meinem Leben meine Familie. Und manchmal erwische ich mich dabei zu denken, die geben sich nur mit mir ab, weil man sich nunmal gut stellt mit der Familie. Ich habe oft das Gefühl nicht gut genug zu sein, nicht liebenswert zu sein. Gerade bin ich aber überglücklich in meiner Beziehung. Deshalb bessern sich diese negativen Gedanken jeden Tag ein bisschen.

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